Gefangen in der Realzinsfalle –
was tun?

Bernhard Möllinger

RealzinsfalleÜber rund 50 Jahre hinweg hat die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stets die jeweilige Inflationsrate in Deutschland übertroffen. In der jetzigen Euro – Staatsschulden- krise ist das anders, denn in dieser Realzinsfalle gilt für Tagesgeld, sichere Zinsprodukte bis hin zur soliden zehnjährigen Bundesanleihen, dass die Inflationsrate nicht erwirtschaftet werden kann. Bei diesen sicheren Anlageformen ist eines ganz gewiss; die reale Kaufkraft wird eingebüßt.

Konkret heißt das; die reale Verzinsung, also die Zinsen minus Inflation, ist negativ!

Warum bleibt uns die Realzinsfalle noch länger erhalten?

So schwer es überhaupt ist, Lösungswege aus der Euro-Staatsschuldenkrise aufzuzeigen, so unmöglich ist es, rasche Erfolge zu erzielen. Es ist die Erfahrung der letzten Jahre und auch die Demut vor den gravierenden Anpassungslasten, die auf viele Volkswirtschaften noch zukommen, die uns darin bestärken, einen zähen und länger andauernden Pfad aus der Krise zu erwarten.

In dem Bestreben, den Euro zu bewahren, müssen vor allem die südlichen Peripherieländer sukzessive preisliche Wettbewerbsfähigkeit aufbauen. Dies geschieht mit vielen Reformen und braucht einige Jahre Zeit. In der Summe werden die Löhne sowie die Preise für Waren und Dienstleistungen dort unterdurchschnittlich steigen und die Wachstumsraten bleiben gedämpft.

Es sind strukturelle Entscheidungen und Maßnahmen, um der Euro-Staatsschuldenkrise Herr zu werden. Dies alles braucht Zeit – Zeit, die ein nennenswerter Teil der Ersparnisse deutscher Anleger in der Realzinsfalle verbringen wird. Eine Lösung hierfür ist die Diversifizierung des Kapitalvermögens auch in andere Anlageklassen wie Aktien, Emerging Markets, Rohstoffe oder Gewerbeimmobilien.

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