Müllheimer Kinder in der Baumschule

Uwe Gleichauf

Tag der offenen Tür am 3. Oktober 2013 Seggle, krageele, Würschtli esse – der Schultag hat an diesem Freitag für fast 200 Müllheimer Erstklässler der Michael-Friedrich-Wild-Grundschule, der Rosenburgschule und der Albert-Julius-Sievert-Schule einen hohen Freizeitwert. Die Kinder spielen im Laub und suchen im Wald nach Stöcken. Fast nebenbei lernen sie hier „Auf der Schwärze“ bei Britzingen aber auch ganz grundlegende Dinge über den Forst, über die Ökologie und über den Gang des Lebens.

Als Herbert Stiefvater, der Leiter des Forstbezirks, vor eine der Schülergruppen tritt und den Kindern einen Eichensetzling zeigt, wird es ganz ruhig. Gespannt lauschen die Sechs- und Siebenjährigen dem Förster, der von der Eichel berichtet, die vom Baum auf den Boden fällt und dort zarte Wurzeln schlägt. Sie hören von dem kleinen Setzling, den sie anschließend selbst einpflanzen dürfen und der in mehr als hundert Jahren zu einem großen Baum heranwachsen wird. Sie erfahren, dass der Wald den Sauerstoff produziert, den wir alle einatmen, und dass er unser Klima schützt. Und sie lernen, dass man die kleinen Setzlinge vor Verbiss durch Rehe und andere Tiere des Waldes schützen muss.

Nach der Einführung durch den Fachmann geht es in den Wald. Jede Schülerin und jeder Schüler bekommt einen Setzling, einen Verbissschutz und einen Holzstab. Die Waldarbeiter haben auf der Fläche bereits Löcher gebohrt, in die die jungen Eichen gesetzt werden. Zwischen „Igitt“ und Begeisterung reicht die Reaktion der Kinder, als sie mit den Händen die Walderde über die Wurzelballen des Setzlings verteilen. Lehrerinnen und Waldarbeiter helfen dabei, den Verbissschutz anzubringen und den Holzstab in die Erde zu schlagen. Zum Schluss darf jedes Kind sein Namensschild an dem kleinen Baum hinterlassen.

Zurück am Grillplatz auf der Schwärze geht es gleich zur Feuerstelle. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sparkasse und Stadtwerken, die die Veranstaltung gemeinsam mit dem Forstamt ausrichten, halten Stöcke bereit, auf die nun die Würstchen gespießt werden. Rein ins Feuer zum Grillen, danach ins Weckle – fertig ist das Mittagessen. Und dann wartet auch schon wieder der Pendelbus, der sie von der „Baumschule“ zurück zu ihrer richtigen Schule bringen wird. „Schon vorbei?“ hallt es aus der Gruppe der Lehrerin entgegen, die ihre Schüler drängt einzusteigen. Eine Reaktion, die sie nicht nach jeder Schulstunde hören dürfte.

Bereits zum vierten Mal veranstalten die Stadtwerke MüllheimStaufen in Kooperation mit der Forstbehörde eine solche Eichenpflanzaktion. Neukunden von AlemannenGas und AlemannenStrom werden gleichzeitig „Baumpaten für den Klimaschutz“; die Stadtwerke widmen ihnen einen Eichensetzling, den sie selbst einpflanzen können. Auch die Mitglieder der Bürger-Energie Südbaden eG (BEGS) erhalten in diesem Jahr einen solchen Baum fürs Leben. Und erstmals sind in diesem Jahr auch die Schülerinnen und Schüler dabei. Zum 175. Jubiläum hat es sich die Sparkasse Markgräflerland dabei nicht nehmen lassen, 175 Setzlinge, einen finanziellen Beitrag und logistische Unterstützung beizusteuern.

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